Key data


  • Lifecycle: September 2019 – August 2024
  • Budget: 1,622,489 CHF
  • Funding: Swiss National Science Foundation (Eccellenza) (+UniBern Forschungsstiftung 9,500 CHF)
  • Summary: German-speaking Switzerland is known for its unique dialect diversity, which is reflected in the monumental Sprachatlas der Deutschen Schweiz – covering 573 localities in 1500 dialect maps – and its accompanying audio recordings. This material documents the linguistic situation in German-speaking Switzerland around 1950. We expect Swiss German dialects to have changed considerably since then, but evidence for the geographical and social dimensions of such changes is thin and typically based on small numbers of speakers from a few locations. As of today, we do not know the degree to which Swiss German dialects have changed on a larger scale. In this project, we propose to research just how the linguistic landscape in German-speaking Switzerland has changed in the past 70 years. In a large-scale, multilocality study, in which traditional linguistic fieldwork meets 21st century linguistic data collection technology, we will analyze this change by replicating a subset of the Atlas’ variables and audio recordings. The findings will bear on wide-reaching, long-debated questions in research on language variation and change and will result in open access repositories as a service to the public and future research.
  • Zusammenfassung:
    • Dieses Projekt untersucht, wie sich schweizerdeutsche Dialekte in den letzten 70 Jahren verändert haben. In 125 Ortschaften werden dafür rund 1000 SprecherInnen befragt. Die Resultate der Studie werden zeigen, wie sich Laute, einzelne Wörter, und grammatikalische Eigenheiten im Laufe der Zeit verändert haben. Die Erkenntnisse werden auch einen Blick in die Zukunft erlauben: wird 2090 im Mittelland Einheitsbrei gesprochen?
    • Sprachen und Dialekte verändern sich. Oft hört man, dass heute nicht mehr so gesprochen wird wie vor 50 Jahren. Ist dies wirklich der Fall? In diesem Projekt gehen wir genau dieser Frage nach: in unserer Dialekterhebung ­– die grösste und umfangreichste seit Mitte des 20. Jahrhunderts – werden Sprachdaten von mehr als 1000 SprecherInnen in mehr als 125 Ortschaften erhoben.
    • Wir gehen folgenden Zielen nach: (a) Wie haben sich schweizerdeutsche Dialekte in den letzten 70 Jahren verändert? (b) Welche sprachlichen Ebenen haben sich am meisten verändert: die Verwendung von Wörtern, die Grammatik, oder etwa die Lautung von Dialekten?
    • Dabei soll unter anderem auch beantwortet werden, wie es um den Einfluss des Standarddeutschen auf schweizerdeutsche Dialekte steht, ob eher Frauen oder Männer den Sprachwandel vorantreiben, oder ob sich das Zürichdeutsche zum Beispiel ausbreitet. Die Erkenntnisse des Projekts sind weitreichend: vermutlich wird das Projekt ein sogenanntes 'Leveling' der Dialektvielfalt aufzeigen, d.h. eine Art Abflachung dialektaler Unterschiede. Diese Tendenzen finden wir in vielen Gebieten Europas, so zum Beispiel in Grossbritannien, Deutschland, Frankreich oder Holland. Inwiefern sind diese Tendenzen auch in der kleinräumigen Schweiz aufzufinden? Geht regionale Vielfalt verloren? Welche Dialekte sind besonders stark betroffen? Auch für die Sprachtechnologie oder forensische Sprechererkennung werden die Erkenntnisse von theoretischem Wert sein.
    • Die Resultate des Projekts werden in Zusammenarbeit mit einem Medienpartner für ein breites Publikum zugänglich gemacht; mitunter deshalb, weil Dialekte und sprachliche Variation die Bevölkerung seit jeher faszinieren.